Warum es so wichtig ist, eine LAN-Verkabelung zu zertifizieren?

04/09/2018

Warum es so wichtig ist, eine LAN-Verkabelung zu zertifizieren?

LAN-Kabelzertifizierer sind die erste Wahl, wenn es um die Zertifizierung von Twisted-Pair-Verkabelungen geht. Aber warum sollten Installateure die Verkabelung überhaupt zertifizieren? Und welcher Unterschied besteht zwischen einem Zertifizierer und anderen Geräten aus der Kategorie LAN-Tester? Dan Barrera, Global Product Manager von IDEAL Networks, gibt Antworten.

Die ersten beiden Elemente einer LAN-Verkabelung bilden das Kabel und die Steckverbinder. Das Dritte ist die gesamte Installation dieser Komponenten. Und genau dieses Element testet der LAN-Kabelzertifizierer. Hochwertige Steckverbinder und Qualitätskabel erfüllen ihr Leistungsversprechen zu 100 %, wenn sie unter Laborbedingungen installiert werden. Doch die Vor-Ort-Installation stellt deutlich andere Anforderungen.

Bei der Installation unter realen Bedingungen kann es passieren, dass das Kabel gedehnt, geknickt, gequetscht, bei hoher Lufttemperatur, bei starker Feuchtigkeit installiert oder nicht fachgerecht angeschlossen wird. Die Installateure müssen die erreichbaren Leistungskennwerte der Verkabelung testen, um sicherzustellen, dass die installierten Komponenten ein ebenso hochwertiges und vollständiges Verkabelungssystem ergeben.

Dabei gilt es jedoch, die gültigen Verkabelungsnormen zu beachten. Die beiden wichtigsten Normierungsorganisationen für LAN-Verkabelungen sind die internationale ISO/IEC mit der Normenreihe 11801 und die US-amerikanische ANSI/TIA mit ihren Standards der Reihe 568. Diese Normen definieren die Leistungsanforderungen für Komponenten, Kabel und die gesamte Verkabelung.

Die Normen für Komponenten und Kabel nutzen die Hersteller, um ihre Produkte zu entwickeln und zu testen. Die Verkabelungsnormen hingegen sind für den Techniker relevant, der im Feld die installierte Verkabelung testen muss. Sie legen die Leistungsparameter der gesamten Übertragungsstrecke (Link und Channel), bestehend aus Kabel und Steckverbinder, fest. Diese Vor-Ort-Tests sind wichtig, da die Link- und Channel-Leistung bestimmt, ob das Netzwerk ordnungsgemäß funktioniert und die gewünschte Bandbreite zur Verfügung stellt.

Warum wird also ein Zertifizierer und kein Qualifizierer benötigt? Das ist in den Normen begründet, auf denen die Zertifizierung basiert, denn die Test- und Genauigkeitsanforderungen von Kabelzertifizierern wurden in enger Relation zu den Leistungsanforderungen für die Verkabelung definiert.

Demgegenüber haben die Normierungsorganisationen keinerlei Test-, Leistungs- oder Genauigkeitsspezifikationen für die Qualifizierung von Kabeln erarbeitet. Bei den Qualifizierern liegt es im Ermessen des Herstellers, welche Parameter getestet werden, welche Genauigkeit der Tester liefert und wie die Ergebnisse ausgegeben werden.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Ergebnisse von Testern unterschiedlicher Hersteller nicht miteinander verglichen werden können. Zudem sind die Gut/Schlecht-Grenzwerte nicht definiert, so dass der Installateur nicht weiß, aus welchem Grund der Qualifizierer ein Kabel mit „Schlecht“ bewertet hat.

Aus genannten Gründen wird kein Hersteller von Kabeln oder Steckverbindern Testergebnisse für die Zertifizierung oder etwaige Gewährleistungsansprüche akzeptieren, die mit einem Qualifizierer ermittelt wurden. Für den Installateur ist es oftmals nicht einfach, auf Anhieb zu erkennen ob der Tester ein Qualifizierer oder ein Zertifizierer ist. Da ein Zertifizierer jedoch fest definierte Kriterien erfüllen muss, ist eine Identifizierung bei näherem Hinsehen relativ einfach möglich.
Ein Kriterium für einen Zertifizierer ist die Erfüllung der Genauigkeitsanforderungen gemäß der Norm ISO/IEC 61935 und TIA 1152-A und die Verifizierung der Genauigkeit nach ETL Level III/IIIe.

Auch kann man einen Zertifizierer an den technischen Spezifikationen erkennen. Wenn der Tester Messungen zu NEXT, PSNEXT, Rückflussdämpfung, Einfügedämpfung und ACR-F sowie einen Frequenzbereich von mindestens 500 MHz unterstützt, dann handelt es sich eindeutig um einen Zertifizierer.

Da die Anschaffung eines Zertifizierers eine nicht unerhebliche Investition bedeutet, bietet IDEAL Networks eine „Pay-As-You-Test”-Option (PAYT) an. Im Rahmen dieser Aktion kann der Bestand an Zertifizierern von der kapitalbindenden Investition zur Betriebsausgabe gewandelt werden. Bei PAYT kann der Installateur ein bestimmtes Testguthaben für seinen Kabelzertifizierer kaufen, das bei Bedarf jederzeit bequem wieder auffüllbar ist. Dabei besteht zusätzlich die Wahl zwischen der PAYT-Kaufoption, bei der das Messgerät nach einer Anzahlung dem Installateur gehört oder einer kostenlosen Leih-Option. In letzterem Fall bleibt das Messgerät Eigentum von IDEAL Networks  eine Anzahlung ist nicht erforderlich.

Zertifizierer sind die beste Lösung, um nachzuweisen und zu dokumentieren, dass die installierte Verkabelung die strengen Leistungsanforderungen erfüllt, die von den Normen der ISO/IEC und ANSI/TIA vorgegeben werden. Zudem finden die präzisen Tester nicht nur defekte Komponenten und Installationsfehler, sondern geben dem Installateur darüber hinaus die Sicherheit, dass es sich bei den von ihm installierten Komponenten tatsächlich um Originalprodukte von hoher Qualität handelt.

Weitere Informationen zur Kabelzertifizierung und zum Kostenmanagement von Kabelzertifizierern mit der „Pay-As-You-Test“-Option erhalten Sie auf www.idealnetworks.net oder www.test4less.net/de .

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