Tipps für Kabelinstallateure im Jahr 2016

29/02/2016

Tipps für Kabelinstallateure im Jahr 2016

Da die Ära der Mobilgeräte uns nun voll erfasst hat und jedes Büro, jede Wohnung und jede öffentliche Einrichtung Zugang zum Internet anbietet, ist eine stabile und leistungsstarke Verbindung unverzichtbar, um den Anforderungen des Jahres 2016 gerecht zu werden. Die WLAN-Zugangspunkte nach IEEE 802.11ac mit Datenraten von mehr als 6 Gbit/s im 5-GHz-Frequenzspektrum könnten die Lösung sein. Jedoch haben die Kabel, über die diese neue Generation von Zugangspunkten angeschlossen wird, noch Nachholbedarf, um diese hohen Datenraten übertragen zu können. Die nächste Überarbeitung der Verkabelungsnormen TIA 568-C.2-1 und ISO/IEC 11801 wird empfehlen, zu jedem Zugangspunkt zwei Kabel der Kategorie 6A/Klasse EA zu führen, die eine Bandbreite von bis zu 20 Gbit/s unterstützen.

Power-over-Ethernet (PoE)

In diesem Jahr werden noch mehr Geräte die effiziente und preiswerte Power-over-Ethernet-Funktion (PoE) nutzen, um abgesetzte Technik, wie IP-Überwachungskameras, WLAN-Zugangspunkte und Digital Signage, ohne zusätzliche elektrische Leitungen mit Strom zu versorgen. Die PoE-Normen entwickeln sich weiter, um dem wachsenden Leistungsbedarf der neuen Typen von ferngespeisten Geräten gerecht zu werden. Die ursprünglichen Normen IEEE 802.3af (PoE) und 802.3at (PoE+) stellen bis zu 12,95 bzw. 25,5 Watt über zwei Adernpaare im Kabel zur Verfügung. IEEE 802.3bt (PoE++/HPoE) wird die verfügbare Leistung auf 51 Watt erhöhen, indem alle vier Adernpaare genutzt werden. Damit wird es möglich, auch größere Geräte zu betreiben. Das bedeutet für die Verkabelung, dass höhere Leistungsgrade, also Kabel der Kategorie 6A bzw. Klasse EA oder noch höher, installiert werden müssen. Und zwar nicht unbedingt, um mehr Bandbreite zu unterstützen, sondern weil durch den größeren Leiterquerschnitt und dem daraus folgenden geringeren Leiterwiderstand mehr Leistung mit weniger Verlusten übertragen werden kann.

Verringerung der Wärmebildung im Kabel

Es ist eine Binsenweisheit, aber je weniger Wärme das Kabel erzeugt, desto besser. Im Januar mag das ja keine große Rolle spielen. Im Sommer sollte man dieses Problem jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Erwärmung des Kabels hat großen Einfluss auf die Datenübertragungsleistung. Daher sollten die Techniker sich für geschirmte Kabel sowie für Kabel mit größeren Leiterquerschnitten entscheiden. Das gilt umso mehr, wenn PoE mit 4 Adernpaaren zum Einsatz kommen soll. Die größeren Leiter mit einem Querschnitt von 0,324 mm2 (AWG 22), wie bei Kabeln der Klasse EA / Kategorie 6A, verringern den Gleichstromwiderstand und damit die Wärmebildung im Kabel. Zudem sollten weniger Kabel im Bündel verlegt werden, um eine übermäßige Erwärmung zu vermeiden. Die Normen definieren die Leistungsparameter der Kabel für bis zu 60 °C. Darüber hinausgehende Temperaturen können den Signalverlust im Kabel erhöhen. Zurzeit bereitet die TIA die Veröffentlichung eines neuen technischen Service-Bulletins (TSB-184) vor, das Richtlinien für Installateure enthält, die bei der Planung von Verkabelungen berücksichtigt werden sollten, wenn es darum geht, leistungsintensive PoE-Anwendungen zu unterstützen.

 

Neues Leben für alte Kabel

Die umfangreichen Installationen von Kabeln der Kategorie 5E und 6 sind auf eine Bandbreite von 1 Gbit/s begrenzt, was unter Umständen hinter den Leistungsanforderungen vieler Unternehmen zurückbleibt. Die konventionelle Vorgehensweise umfasst kostenintensive und ziemlich chaotische Modernisierungen, bei denen die alte Verkabelung gegen aktuelle Spitzenlösungen ausgetauscht wird. Allerdings steht demnächst eine weitere Option zur Verfügung, die das Leben der alten Verkabelung verlängert. Das NBASE-T Konsortium arbeitet an der neuen Ethernet-Norm IEEE 802.3bz, die auch als „Multi-Gig-Ethernet“ bezeichnet wird. Dann können die Netzbetreiber entscheiden, ob sie ihr vorhandenes Netzwerk mit Multi-Gig Ethernet-Switchen ausstatten möchten, die die Bandbreite der vorhandenen Verkabelung automatisch erhöhen. Es wird davon ausgegangen, dass die Verkabelung der Kategorie 5E dann bis zu 2,5 Gbit/s und der Kategorie 6 dann bis zu 5 Gbit/s unterstützen wird. Damit würde durch eine einfache Modernisierung der Netzwerktechnik bis zu fünf Mal mehr Bandbreite zur Verfügung stehen. Diese Vorgehensweise ist viel schneller, sauberer und weniger störend als ein Ausstauch aller Kabel.

Ganz gleich, was das Jahr 2016 auf dem sich rasant verändernden Gebiet der Kabelinstallation auch bringen wird, auf die breite Palette von Kabeltestern von IDEAL Networks können Sie sich jederzeit verlassen, um immer einen Schritt voraus zu sein.

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