Drei Fakten, die Sie zum Testen von MPTL-Strecken kennen sollten!

20/07/2018

Drei Fakten, die Sie zum Testen von MPTL-Strecken kennen sollten!

In Netzwerken werden heute immer häufiger MPTL-Strecken installiert. Diese direkt angeschlossenen Übertragungsstrecken sind aber bei Weitem noch nicht gang und gäbe und somit vielen Installateuren und Integratoren noch neu. Demzufolge verbergen sich zahlreiche Fehlermöglichkeiten, die aber mit dem entsprechenden „Know-How“ vermeidbar sind.

Um Sie so gut wie möglich bei der Installation von CCTV-Überwachungskameras, AV-Anlagen und anderen direkt angeschlossenen Geräten zu unterstützen und um anschießend die Verkabelungen mit MPTL-Übertragungsstrecken korrekt zertifizieren zu können, greifen wir hier drei wichtige Fragen auf und liefern Antworten dazu:

1. Worin unterscheidet sich eine MPTL-Strecke (MPTL: Modular Plug Terminated Link) von einem Permanent-Link?


Der Hauptunterschied zwischen einer MPTL-Strecke und einem typischen Permanent-Link (PL) besteht darin, dass die MPTL-Strecke an einem Ende eine Buchse und am anderen Ende einen Stecker aufweist, während der PL an beiden Enden mit einer Buchse abgeschlossen ist.

MPTL-Übertragungsstrecken kommen insbesondere bei leistungsstarken Infrastrukturen mit Kabeln der Kategorie 6A für WLAN-Zugangspunkte (AP: Access Points), bandbreitenintensiven Anwendungen sowie AV-Systemen (AV: Audio/Video) und CCTV-Überwachungskameras zum Einsatz. In diesen Fällen wird das Kabel mit dem Stecker direkt mit dem Endgerät verbunden, so dass auf eine zusätzliche Datendose verzichtet werden kann. Das ist besonders vorteilhaft, wenn aus Platzgründen der Einbau einer Dose nicht möglich ist.

Wie bereits erwähnt, ist ein PL an jedem Leitungsende mit einer Buchse abgeschlossen und kann mit zugelassenen Zertifizierer-Messleitungen und qualifizierten RJ45-Steckern getestet werden. Da eine MPTL-Strecke an einem Ende jedoch einen Stecker besitzt, muss der Zertifizierer zwingend mit einer Buchse ausgestattet sein, um die Leistungsparameter des Steckers ermitteln zu können.

Auch ist bei der Installation zu beachten, dass nicht alle vor Ort installierten RJ45-Stecker die Komponenten-Spezifikationen der IEC/TIA erfüllen und dass bei Tests gemäß TIA die Entfernungsbegrenzung von 90 Metern eingehalten werden muss, da der Test ansonsten als Fehler ausgegeben wird.

2. Welches Zubehör wird für MPTL-Leistungstests benötigt?


Bevor Sie MPTL-Strecken zertifizieren sollten Sie sich unbedingt beim Hersteller Ihres Kabelzertifizierers erkundigen, ob Ihr Tester über die richtigen Adapter und Software verfügt. Andernfalls werden möglicherweise falsche Testergebnisse ausgegeben.

Zum Zertifizieren von MPTL-Strecken reicht es allerdings nicht aus, einfach die Adapter am Tester zu tauschen, um an einem Ende der Testleitung einen Stecker und am anderen Ende eine Buchse zu erhalten. Für ordnungsgemäße und präzise Tests an MPTL-Strecken wird ein Channel-Adapter mit einer speziellen „zentrierten“ Buchse benötigt, um den Stecker korrekt zertifizieren zu können.

In manchen Fällen kann es erforderlich werden, einen kostenintensiven Testadapter für Testleitungen oder eine Spezialtestleitung mit einer zentrierten Buchse zu kaufen. IDEAL Networks hat jedoch eine äußerst einfache Lösung für das Testen von MPTL-Strecken entwickelt, die zudem das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet. Wenn Sie bereits den Kabelzertifizierer LanTEK III besitzen, müssen Sie lediglich ein kostenloses Software-Update mit der Bezeichnung „LanTEK III V3.200“ von unserer Website herunterladen. Danach ist Ihr Kabelzertifizierer LanTEK III mit PL- und Channel-Adaptern fertig konfiguriert, um MPTL-Strecken ohne zusätzliche Spezialkomponenten zu testen.

Falls Sie noch keine Adapter besitzen, können Sie die Channel- und PL-Adapter für den LanTEK III mit der Bestellnummer R161051 für den PL-Adapter und R161053 für den CHL-Adapter separat über die Website von IDEAL Networks erwerben. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie über beide Adaptertypen verfügen, die Sie an beiden Enden benötigen, wie in der Abbildung dargestellt.

3. Welche Normen regeln das Testen von MPTL-Strecken?

Obgleich MPTL-Installationen nicht neu sind, gibt es bisher keine Norm, die das Testen dieser Konfiguration definiert. Integratoren von Überwachungs-, AV- und WLAN-Systemen arbeiten seit Jahren mit MPTL-Strecken – mussten diese aber nur selten zertifizieren. Da bislang Testnormen fehlten, wichen die Testergebnisse durch den Einsatz von individuellen Testkonfigurationen voneinander ab.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach zertifizierten MPTL-Kabeln wird die Norm TIA-568.2-D als umfassende Aktualisierung der Normenreihe TIA-568 Mitte 2018 die MPTL-Strecken als anerkannte Verkabelungstopologie berücksichtigen. Weitergehende Informationen zu der aktualisierten Norm finden Sie auf der Website der TIA.

Weitere Informationen zur Zertifizierung von MPTL-Übertragungsstrecken


Um Ihnen detailliertere Informationen zum Testen und Installieren von MPTL-Strecken zur Verfügung zu stellen, hat IDEAL Networks das Whitepaper Wissenswertes zur Zertifizierung von MPTL-Übertragungsstrecken veröffentlicht, das als kostenloser Download erhältlich ist.

Dieses Whitepaper beschreibt die Funktionsweise von MPTL-Strecken, behandelt die Fehlerquellen, die beim Installieren und Testen auftreten können und erläutert Permanent-Links, Channel-Links sowie die LAN-Verkabelungsnormen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.idealnetworks.net.

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